Eucharistische Anbetung

- jeden Donnerstag von 19.00 - 20.00 Uhr in der Kirche
- jeden 1. Freitag im Monat (Herz Jesu Freitag) von 15.00 - 17.00 Uhr in der Kirche, anschließend Hl. Messe
   

Pfarrprojekte

Leitung: Ilse Pillwein
 

  • BRASILIEN: Belo Horizonte (Hauptstadt von Minas Gerais)
  • ein Projekt der Kongregation von den heiligsten Herzen Jesu und Mariä
  • Unterstützung von P. Osvaldo in der Betreuung von drogenabhängigen Erwachsenen und Straßenkindern

 

  • MOLDAWIEN: Ein kleines, osteuropäisches Land; das ärmste Europas
  • Rashkov: eine Kleinstadt mit vielen Kindern aus verarmten Familien
  • Tageszentrum: Die dortige Katholische Pfarre betreut in ihren Räumlichkeiten die Kinder mit Essen, Lernhilfe, Freizeitaktivitäten und Kursangeboten.
  • Caritas: Die Caritas Wien unterstützt mit unserer Mitwirkung über die Caritas Moldawien diese Aktivitäten.
  • WIR: sind aufgefordert, in Zukunft durch unsere Spenden, unser Gebet und Interesse diese Projekte mitzutragen!

Partnerschaft mit Brasilien

Seit 1992 unterstützt unsere Pfarrgemeinde P.Osvaldo in Belo Horizonte. P.Osvaldo ist Ordensmann aus der Kongregation von den Hl.Herzen Jesu und Mariä, wie P.Damian und wie die Priester in unserer Pfarre. P.Osvaldo ist sehr wortkarg, zurückhaltend. Über sich spricht er nicht, daher wissen wir sehr wenig über ihn, seine Kindheit, seine Jugend. Wir wissen über P.Osvaldo, daß er seine Kraft, sein Verständnis, seine Zuneigung und seine Offenheit zu den Randgruppen, zu den Ausgegrenzten, so wie P.Damian aus der engen Beziehung zu Gott empfängt. In der Anbetung ist für ihn die Quelle. Seit mehr als 10 Jahren begleitet er junge und erwachsene Männer auf 2 Fazendas, ca. 30 km von der Stadt entfernt, die innerhalb von 9 Monaten aus der Droge zu einem neuen und sinnvollen Leben kommen wollen. Zur Zeit leben ca. 110 Personen auf den beiden Fazendas. Das Wort Fazenda bedeutet Großgrundbesitz und erinnert eher an die Reichsten des Landes.


Doch P.Osvaldo erhält weder von den Reichen des Landes noch vom Staat eine Unterstützung. Die Bewohner der 2 Fazendas erhalten sich zum Teil selbst. Durch den Verkauf von Gemüse und Blumen ergeben sich zusätzliche Einnahmequellen. Eine 100 % Versorgung ist aus dieser Tätigkeit allerdings bei weitem nicht erreichbar. Ohne Spenden wäre daher das Projekt nicht durchführbar..


Seit einigen Jahren hat er auch eine Therapiegruppe für 10-12 Frauen, welche in der Stadt, gegenüber dem Exerzitienhaus wohnen. Viele Einzelgespräche, Treffen der Betroffenen und der Angehörigen, Gesprächstherapien, Fortbildungskurse sowie Feste finden laufend im Exerzitienhaus statt. Im Jahre 2002 begann P.Osvaldo für die Straßenkinder eigene Häuser, ähnlich wie SOS-Kinderdörfer zu bauen, wo die Kinder in kleinen Gruppen individueller betreut werden können. Durch Sammlungen, Flohmärkte und andere Veranstaltungen wird die Unterstützung für P.Osvaldo und seine Arbeit ermöglicht.

 

Situationsbericht aus Rashkov

Auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorgangs ist das Leben in dem von der Republik Moldau abgespaltenen Landesteil Transnistrien noch immer von Armut geprägt. Der Niedergang von Landwirtschaft und Schwerindustrie hat weite Teile der Bevölkerung ins Elend gestürzt. Durch die Massenarbeitslosigkeit ist inzwischen fast ein Viertel der arbeitsfähigen Menschen ins Ausland abgewandert, um seine Existenz zu sichern. Das hat zur Folge, dass viele Kinder ohne Eltern und ausreichende Versorgung bei Großeltern oder Verwandten zurück bleiben. 



Umso wichtiger ist hier die Kindertagesstätte der Caritas in Rashkov, einem Ort mit ca. 1700 EinwohnerInnen, vorwiegend Kindern und alten Menschen. Beim letzten Besuch im März dieses Jahres konnten uns wir von der Caritas Wien ein genaues Bild von der Lage in diesem vergessenen Winkel Europas machen. Selbst bei Eis und Schnee kommen die Kinder zu Fuß nicht nur aus Rashkov selbst, sondern auch aus den umliegenden Orten, um am Nachmittag das Kinderzentrum bei der katholischen Pfarre zu besuchen.  



Bis zu 70 Mädchen und Buben im Alter von 7 bis 18 Jahren erhalten hier Mittagessen, Freizeitbetreuung und Lernhilfe. Siefinden im Tageszentrum aber nicht nur die nötige materielle Sicherheit, sondern erfahren auch Zuwendung und Aufmerksamkeit.


Um die Armut auch in den Familien zu lindern, werden die Bedürftigsten unter ihnen mit Lebensmittelpaketen, Bekleidung und Schulbedarf versorgt. Das MitarbeiterInnenteam der Kindertagesstätte macht zu diesem Zweck auch regelmäßige Hausbesuche bei den  Familien oder Verwandten der Kinder und sorgt für die Vernetzung zu den Lehrern an den Schule. Wichtig ist diese Hilfe besonders für jene Kinder, die als Sozialwaisen ohne Eltern aufwachsen müssen.

Wir Besucher kamen gerade an dem Tag, als die Kinder gemeinsam mit den Betreuerinnen den Frühlingsbeginn feierten. Wir wurden mit Salz und Brot, dem traditionellen Symbol der slawischen Gastfreundschaft, empfangen, und konnten miterleben, wie die Kinder den Nachmittag verbringen: nach der Erledigung der Hausaufgaben beschäftigen sich die Jüngeren mit Malen, Basteln oder Singen, während die Älteren nähen, stricken oder im Gesprächskreis diskutieren.

Durch die Verbesserung des Heizsystems können inzwischen alle Räume des Zentrums gut beheizt werden, die hohen Treibstoffkosten stellen aber weiterhin ein großes Problem dar und bedeuten eine große Hürde für die Hausbesuche der Mitarbeiterinnen bei den Familien. Ein großer Dank gilt den Spenderinnen und Spendern aus Österreich, mit deren Hilfe der kontinuierliche Betrieb aufrecht erhalten werden kann.     
Seit einigen Monaten im Kindertageszentrum ist der Projektleiterin Ludmilla für die pädagogische Arbeit verantwortlich. Sie ist nicht weit von Rashkov aufgewachsen und kennt die Sorgen und  Probleme der Menschen im Ort. Und sie kennt  auch die Eltern, die ihre Kinder in Transnistiren nicht leichtfertig zurücklassen. Auf die Frage nach der Zukunftsperspektive in Transnistrien fällt  ihm die Antwort  nicht leicht: „Es sind die Kinder, die jetzt hier sind, und ihnen möchte ich ein wenig Wärme schenken, auch wenn das Licht fehlt.“
Barbara Wolf
Caritas der Erzdiözese Wien/Abteilung Auslandshilfe                19.04.2011